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Krisenmanagement im Tourismus

© PantherMedia / DragonImages
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[21|12|2020]

Perspektiven und Chancen


Neben der aktuellen Corona- Pandemie, die die Tourismusindustrie nach wie vor schwer belastet, wurden in dieser zweiten Online-Veranstaltung des Master Forum Tourismus auch andere Krisen wie Naturkatastrophen oder Terroranschläge und deren Einfluss auf den Tourismus beleuchtet.

Praxisnahe Konzepte zur Krisenbewältigung
Markus Schlichenmaier, Leiter der Risiko- und Krisenkommunikation von Wilde & Partner Communications GmbH, gab den TeilnehmerInnen des Master Forums einen aufschlussreichen Rückblick über die letzten zehn Monate mit Corona. Dabei stellte er neue Konzepte, wie das Whitepaper der Krisenkommunikation oder den Krisen-Service, vor.

Krisen bewältigen, antizipieren und reflektieren
Florian Loth, Leiter des Krisenmanagements und der Gefahrenvorsorge des Münchner Flughafens, gab den TeilnehmerInnen des Master Forums einen Einblick in die derzeitige Situation des Münchner Flughafens im sogenannten „Corona-Modus“. Dabei erläuterte er die geforderten Maßnahmen, die das Krisenmanagement am Flughafen München umsetzen musste und wie sich die Auswirkungen der Pandemie in den derzeitigen Passagierzahlen widerspiegeln.

Kundenbetreuung an oberster Stelle
Die Managerin des Krisenmanagements der FTI Touristik GmbH und Alumna der Fakultät für Tourismus, Christin Khardani, reflektierte die Maßnahmen des Unternehmens zur Bewältigung der Krise und veranschaulichte dies mit den zahlreichen Rückholaktionen von Reisenden. Die FTI Group definiert eine Krise als ein schwerwiegendes Ereignis, das nicht vorhersehbar ist und Kunden und Mitarbeiter direkt betrifft. Die Aufgaben des Krisenmanagements des deutschen Reisekonzerns liegen in der Bewältigung, Antizipation und Prävention der Krise.

Gut gerüstet für die Zeit nach der Krise
Dr. Frano Ilic, Leiter der PR-Abteilung und Pressesprecher von Studiosus, warf einen Blick zurück in die Vergangenheit und sprach über die Historie des Familienunternehmens. Im März 2020 startete das Unternehmen, welches seit 1954 besteht, aufgrund der Corona-Pandemie in eine „heiße Phase“: Viele Reisen mussten abgesagt, über 50.000 Gästen der Reisepreis zurückerstattet und Kurzarbeit angemeldet werden. Nichtsdestotrotz ist das Unternehmen davon überzeugt, die Krise durch die hohe Anzahl an Stammkunden und ausreichende Rücklagen zu überwinden.

Agiler und dynamischer
Die A3M GmbH ist ein Dienstleister im Bereich von Krisen Informationssystemen für mittlere und große Reiseveranstalter. Zu den Kunden gehören beispielsweise Firmen wie Aida, TUI oder DER Touristik. Die Informationen über Krisen werden von A3M auf einem IT-Provider bereitgestellt. Das Unternehmen beobachtet das Weltgeschehen und bewertet die Informationen, welche anschließend an die Kunden übermittelt werden. Auch für Mirko Jacubowski, Director of Business Development bei A3M, dreht sich seit der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vom 17. März 2020 alles um Corona. A3M änderte daraufhin teilweise sein Geschäftsmodell. Es entstand eine Datenbank für die Rückholung von Urlaubsreisenden, damit die Planung für die Flüge und Evakuierungen aufgenommen werden konnten.

Jede Krise bietet eine Chance auf etwas Neues
Die ReferentInnen sind sich einig, dass es ein unglaubliches Spektrum an Krisen gibt und die Krisenprävention unabdingbar für ein erfolgreiches Krisenmanagement ist. Die Vorbereitung auf die Krise, die interne Kommunikation der Mitarbeiter, und die Vernetzung mit anderen Partnern oder FachexpertInnen stehen dabei im Fokus. Durch jede Krise wird auch ein Wandel hervorgerufen, wodurch neue Chancen auch für Tourismusunternehmen entstehen. Ungeachtet dessen, dürfen die Kleinbetriebe nicht in Vergessenheit geraten, welche oft kaum Rücklagen besitzen. Ob die Corona-Pandemie darüber hinaus einen nachhaltigen Wandel einleiten wird, bleibt umstritten. Zweifelsohne werden sich die Art und Weise des Reisens verändern und der Tourismus in neuen und bekannten Formen zurückkehren.

Autorinnen: Michaela Gallenberger, Anja Jung, Susanne Prommenschenkel